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Liebe Interessierte,
die Ihr wissen möchtet, welches ursprüngliche Gut und welch' immer wieder neue Chance zur Erneuerung der Liebe unter dem Festhalten entsteht, heiße ich auf diesen Seiten herzlichst willkommen. Wer bin ich? Dr. phil. Jirina Prekop, Dipl.-Psychologin, Gründerin des GFH e.V. und seit Beginn im Jahre 1989 dessen 1.Vorsitzende.
Von Geburt (1929) an bin ich außerordentlich gefordert zur Achtsamkeit für die Bindung und für die Liebe. Zunehmend wurde es zu meinem Beruf und zu meiner Berufung. Psychologie, Philosophie und Pädagogik studierte ich in meiner mährischen Heimat (ehem. Tschechoslowakei). Als Kämpferin für die Erneuerung des Humanismus und der Demokratie flüchtete ich nach dem Zusammenbruch des Prager Frühlings im Jahre 1970 in die Bundesrepublik Deutschland. Hier war ich vorwiegend im Bereich der Entwicklungsrehabilitation tätig. In den Vordergrund meiner Interessen drängten sich Persönlichkeitsstörungen, die mit dem Verlust der Liebesfähigkeit einhergehen. Als ich mich in den Autismus als die extremste Störung davon vertiefte, übernahm ich im Jahr 1981 von Martha Welch (USA) und unter persönlicher wissenschaftlicher Beratung durch den Nobelpreisträger Niko Tinbergen (Oxford) die Festhaltetherapie. Aus dem Freundeskreis heraus bildete sich im Jahr 1989 der GFH e.V.. Indem sich die Festhaltetherapie von den verhaltenstherapeutischen Konditionierungstendenzen lossagte, die bedingungslose Liebe zu ihrem spirituellen Sinn machte und den systemischen Ansatz von Bert Hellinger integrierte, wurde es notwendig, diese Art zur "Festhaltetherapie nach Prekop" zu nennen. Als solche entwickelt sie sich bis heute zum Medium für die Erneuerung der Liebe in familiären Bindungen. Zur Verbreitung des Festhaltens als Lebensform und auch als Therapie trugen meine zahlreichen, in vielen Sprachen herausgegebenen Bücher > und Artikel > sowie die von meinen Schülern gegründeten Institute > und Ausbildungsstätten > bei. Zunächst die am häufigsten gestellten Fragen und Antworten: Was ist eigentlich das Festhalten? Es ist die Chance für zwei schicksalsmäßig eng verbundene Menschen, einen schmerzhaften, sprachlich nicht zu bewältigenden Beziehungskonflikt auszudrücken, auszutragen und sich auszusöhnen, indem sich die beiden ganz fest im Arm halten. Was heißt "schicksalsmäßig verbundene Menschen"? Die Eheleute untereinander, Mutter und Kind, Vater und Kind. Der Lehrer also nicht? Schon, aber nur dann, wenn sich der Schüler in einer schweren affektiven Krise befindet, die pädagogisch nicht zu meistern ist. In dem Falle handelt der Lehrer eigentlich als Vertreter der Eltern. Solche tiefst menschliche Pädagogen sind uns bekannt: Pestalozzi, Makarenko, Korczak... Muss das Festhalten so fest sein? Die Umarmung ist fest, jedoch weich und einfühlend. Je tiefer der Schmerz ist, desto mehr verlangt der Mensch nach Festigkeit, sprich nach der Zuverlässigkeit der Umarmung. Die Bilder von den geschockten Opfern der Terroranschläge von New York oder von der Flutwellenkatastrophe in Südostasien haben wir doch noch frisch im Gedächtnis. Was haben solche Katastrophen mit den familiären Beziehungskrisen zu tun? Für ein Kind ist ein massiver, unversöhnter Streit seiner Eltern oder seine Angst vor Ablehnung eine genauso existenzielle Katastrophe. Der Streit ist allerdings etwas Normales. Es geht nur darum, dass die beiden ihre Krise sobald wie möglich - noch bevor die Sonne untergeht - in die Chance der Versöhnung umwandeln. Das Festhalten ist das wirksamste Medium dafür, wenn es die Sprache nicht zu schaffen vermag.
Was geschieht beim Festhalten? Alle beide haben das Recht, völlig offen und unverblümt - allerdings kultiviert - ihre verletzten Gefühle herauszuschreien und auszuweinen. Es ist jedes Mal eine emotionale Konfrontation von Angesicht zu Angesicht, von "Galle zu Galle", von Herz zu Herz. Alles Gift muss aus dem Bauch und alle Tränen aus dem Herzen heraus, bis die Liebe wieder fließt. Was heißt diesbezüglich "kultiviert"? Es geht nicht um einen körperlichen Kampf. Schläge, Tritte, Beißen, Unterdrückung des Atmens oder Schimpfworte sind total verpönt. Die feste Umarmung dient der Wahrnehmung der Zugehörigkeit und des Vorsatzes, dass wir beide uns solange halten, bis der Schmerz geäußert wurde, so dass sich der Eine in den Anderen hineinfühlen konnte und sich verstanden und geliebt weiß. Dies erinnert an das alttestamentarische Bild des kämpfenden Jakob mit dem Engel: "Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn." Ja, genau. Ich kenne keine edlere Übung der Empathie und der Kultivierung der aggressiven Auseinandersetzung als die, welche das Festhalten bietet. Auf eine menschenwürdige Weise soll nur das Antlitz zum Absender und zum Empfänger der Gefühle werden. Nur der Blickkontakt, die Mimik und die Stimme werden zur Konfrontation eingesetzt. Und der Streit soll beendet sein, noch bevor die Sonne untergeht, wie es auch in der Bibel steht. Immer wieder hört man die Befürchtung, ob man dem Kind seinen Willen dabei nicht bricht? Die Frage nach dem freien Willen und der Achtung sind unsere wichtigsten ethischen Themen. Sollte unter dem Festhalten der Willen gebrochen werden, wäre es ein unverzeihlicher Verstoß gegen die Menschenwürde. Um diese zu schützen, richtet sich das Festhalten nach Prekop nach bestimmten Kriterien. Es ist nämlich die Frage, was wir unter dem Willen verstehen und auf welchen Wachstumsstufen sich der Wille entwickelt. Über einen freien Willen verfügt der Mensch erst dann, wenn er zwischen Alternativen wählen kann, weil er aufgrund seines geistigen Kombinierens die guten oder die schlechten Folgen seiner willentlichen Entscheidung übersehen kann. So weit ist ein Kleinkind noch lange nicht. Es kann noch nicht darüber entscheiden, ob es sich beschützen lassen möchte oder nicht. Wenn ein pubertierender, selbstmordgefährdeter Junge im Arme seines Vaters schreit "Lass mich! Ich will Dich nicht! Ich will sterben!", kann man seinen Willen nicht als freien Willen deuten. Vielmehr müsste sein Beschützer seinen Zwiespalt (die Hass-Liebe) erspüren, die ihn zur Flucht vor dem Leben treibt und ihm zur Bejahung des Lebens verhelfen.
Wie erkenne ich rein praktisch, dass der Prozess ausgetragen ist? Dies ist erst der Fall, wenn die beiden einen Glanz in den Augen haben und gerne in der gleichen Umarmung ruhen. Von wem wurde diese Art der Konfliktbewältigung erfunden? Von keinem. Das ist eben das wundersame. Diese Art entwickelte sich während der Evolution. Ich staune jedes Mal von neuem über die Weisheit der Schöpfungsgesetze, nach denen der Mensch die höchste Form der Liebe, nämlich die Liebe zum Feind, praktisch lernt. Diese bedingungslose Liebe lernt das Kind in seinen ersten 2 bis 3 Lebensjahren, wenn es im Leib der Mama und dann im Tragtuch getragen wird. Unter dieser Nestwärme nimmt das Kind die geborgene Bindung und den Dialog mit der Mama und zunehmend auch mit anderen Bindungspersonen wahr. Es traut sich hier auch den Zorn auszudrücken, ohne Angst vor einer Bestrafung haben zu müssen. Bei den Indios wird das Kind nicht für eine Auszeit in den Regenwald weggeschickt, wenn es im Tragtuch seine Mama ärgerte. Selbstverständlich bekommt es eine Rückmeldung, wird aber weiterhin getragen und ertragen, so wie es ist.
Das Festhalten kann man also deuten als eine evolutionsbedingte Art der Kleinkindbetreuung?
Ja, genau. Der Mensch nämlich gehört wie auch die Affen zu den Primaten. Und deren
biologische Ausstattung ist die Zugehörigkeit zur Gattung der getragenen Nesthocker,
sprich der Traglinge. Ob das Kind es will oder nicht, wird es am Körper seiner
Bezugspersonen bis zum Ausklingen der Trotzausbrüche getragen. In der Zwischenzeit hat
sich bei ihm das Fundament der menschlichen Liebesfähigkeit eingeprägt und kann sich nun
als sein Ich immer freier entfalten.
Für viele ist es aber absurd, jemanden im Arm zu halten oder von ihm gehalten zu werden, wenn man gegen diesen Menschen Wut empfindet. Ist das normal? Auch diese Bedenken sind ganz normal und ebenfalls biologisch begründet. Die Neigung zum Angriff und vor allem zur Flucht bei einem Konflikt ist ein primitiver Instinkt, der allen Lebewesen angeboren ist. Diesen Instinkt haben wir Menschen mit den Tieren gemeinsam. Solange das Gehirn des Kindes noch nicht reif ist, um gedanklich seinen Willen durchzusetzen, wird es in einer steten leiblichen Nähe der Bezugspersonen vor einer Einprägung liebloser Handlungen geschützt. Im Tragtuch wird sowohl der primitive Angriff als auch die Flucht verhindert. Eine Herzensausbildung schlechthin! Heißt es vielleicht, dass wir der Urform der Kleinkindbetreuung wieder folgen sollen, indem wir die 2- bis 3-jährigen Kinder tragen ? Keinesfalls. Nur im 1. Lebensjahr ist das Baby zu tragen, weil es als Frühgeborenes noch sehr unreif auf die Welt kommt. Danach aber soll es sich immer freier bewegen können, um seine Neugierde und Selbstständigkeit zu üben. Wenn aber das Kind in seiner Trotzphase mächtige Wut auf die Mama oder den Papa bekommt, gilt das Festhalten als die einzige Chance zum Abladen der Aggression und zur Erneuerung der Liebe. Was prägt sich dem Kind dadurch ein? Das bekannte Sprichwort sagt ja, was das Hänschen nicht lernte, lernt der Hans nimmer mehr. Die Folgen der Entfremdung der Menschen ihren biologischen Bedürfnissen gegenüber sind uns heute bitterlich bewusst. Wenn das Baby einen Schmerz der abgebrochenen Bindung mit der Mutter erlitten hat, kann es als Erwachsener nur schwer weitere Bindungen mit Vertrauen eingehen. Hat das Kind gelernt, beim Konflikt immer weggeschickt zu werden, ist es ausgerüstet für Scheidungen, nicht aber für das Aushalten der Ehebindung in schlechten Zeiten. Dann braucht der Mensch psychotherapeutische Hilfe. Die Festhaltetherapie ist eine davon. Was geschieht in der Festhaltetherapie? Wir fangen bei den Wurzeln an. Damit der Mensch einmal erwachsen werden kann, soll er seine Eltern ehren, wo möglichst auch lieben. Also laden wir die Oma oder den Opa ein, damit sie auf der Matte den langjährigen Schmerz mit ihrem erwachsenen Kind endlich einmal bewältigen. Nicht selten zieht sich der Schmerz von einer misslungenen Geburt her. In solchen Fällen dient das Festhalten der Rückführung und der Rehabilitation der Geburtserlebnisse. Allerdings gibt es auch andere Traumen wie z.B. Misshandlung, Missbrauch, Verlassenwerden sowie systemische Verstrickungen, die dem Menschen nicht erlauben, sich dem erwachsenen Leben zu stellen. Für den Fall, dass die Großeltern nicht erreichbar sind, haben wir eine Therapie unter der Visualisierung, allerdings im festhaltenden Arme eines begleitenden Freundes, entwickelt. Diese Aussöhnungstherapie ist neben der Paartherapie unsere häufigste Intervention. Eigentlich erst dann sind die Eltern gut vorbereitet, um auch ihr eigenes Kind zu halten. Ausklang eines festhaltetherapeutischen Prozesses:
DAS ZIEL DES VEREINS ( GFH e.V. ) Vor allem wollen wir Eltern und Fachleute, die mit Familien zu tun haben, die Bedeutung des Festhaltens als ganzheitliches Medium für die Erneuerung der Bindung und der Liebesbereitschaft bewusst machen. Wir informieren darüber unter einer ganzheitlichen Sichtweise, in die neben den praktischen Erfahrungen wissenschaftliche Erkenntnisse von verschiedenen Disziplinen miteinfließen: Theologie, Ethologie, Verhaltensbiologie, Psychologie, Medizin, Psychotherapie, Bindungsforschung, Hirnforschung u.a. Unsere Informationsmittel sind neben den praxisbezogenen familientherapeutischen Seminaren im Wesentlichen Vorträge, Arbeitstagungen, Kongresse, Bücher, TV-Sendungen, Zeitungsartikel und (bis 2011) unser jährlich erscheinendes Mitteilungsblatt "Holding Times". Als eine Art Dachverband überwachen wir weltweit die Ausbildung der Festhaltetherapeuten und unterstützen die Gründungen und Aktivitäten der Institute Prekop. WER KANN MITGLIED WERDEN ? Mitglied des Vereins kann jede natürliche und juristische Person werden, die dessen Ziele unterstützt. Der Verein ist gemeinnützig anerkannt und beim Amtsgericht Stuttgart (VR 4745) eingetragen. Spenden und Beiträge können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Spenden bis 200 € werden ohne besondere Bescheinigung anerkannt, es gilt der Bankbeleg. |
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GFH e.V., Rotmoosstr. 4a, D-88131 Lindau, Tel.: 0049-(0)8382-2736048,
Fax: 0049-(0)8382-2736049, E-Mail: info@prekop-festhalten.de
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