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zurück zur Übersicht "Wichtige Artikel" > diesen Artikel als PDF-Datei herunterladen > Ohne Nestwärme kein freier FlugVon der Notwendigkeit der Bindung als Basis für die bedingungslose LiebeBei Vögeln hat der Mensch keinen Zweifel darüber. Jeder weiß, dass jedes Vöglein dieser Welt eine bestimmte Zeit seines Wachsens unter den Fittichen der Mutter verbringen muss, um von ihr gefüttert und geschützt zu werden. Erst danach kann es nach ihrem Vorbild hinter ihr her fliegend oder schwimmend die ersten Erkundungsausflüge machen und wenn es alles beherrscht, was zur Selbstständigkeit gehört, löst es sich schließlich ganz los, um ein neues Nest für seine eigene Familie zu gründen. Es ist auch jedem bekannt, wie es einem aus dem Nest herausgefallenen Vöglein geht. Es kommt um. Hat es aber das Glück, ein die wahre Mutter ersetzendes Bindungsobjekt zu bekommen, so überlebt es. Dies geschieht allerdings für den Preis des Verlustes bestimmter Wesenszüge. Hierbei erinnere ich an das weltbekannte Experiment von Konrad Lorenz. Er hat sich für längere Zeit den grauen Gänschen anstelle ihrer Mutter gestellt. Die Folge war, dass sich die Gänschen seinen über der Wasseroberfläche sichtbaren Kopf als das sicherste Bindungsobjekt eingeprägt haben und ihm folgten. Dadurch aber haben sie sich der eigenen Mutter entfremdet. Sie hätten sie jedoch gebraucht, um unter ihrer Obhut und an ihrem Vorbild zu lernen, wie sich eine Gans zu verhalten hat. Das Wesentlichste also konnte ihnen der Kopf von Lorenz nicht bieten. Einen ähnlichen Verlust der instinktiven Anlagen erleidet auch ein Rehkitz, wenn es nämlich vom Jäger im Walde aufgefunden und im Jägerhaus aufgezogen wird. Es bekommt die Bindung an den Jäger und seine Familie, passt sich dem menschlichen Verhalten an, verliert die Eigenschaften des Wildtieres und wird für die Wildbahn untauglich. Wurde ein Kalb in der sog. Kaltaufzucht versorgt, wo es keine Erfahrung mit dem mütterlichen Euter machen konnte, so weiß es auch als erwachsene Kuh nicht, wie es sein eigenes Kalb mit dem Euter stillen soll. Alle Primaten, einschließlich die Menschen, gehören zum biologischen Typus des sekundären Nesthockers, genannt "Tragling", da sie ein instinktives Bedürfnis haben, in den ersten 2-3 Jahren am Körper der Mutter getragen zu werden. Dazu müsste man auch noch die 12 Monate zählen, um die das Menschkind als einzige von allen Wesensarten als ein "Frühgeborenes" auf die Welt kommt. Was ist der Sinn dieser Frühgeburt und des Tragens? Am Herzen der Mutter und der anderen Nächsten, die es halten, soll das Menschenkind nicht nur die Nahrung, den zuverlässigen Schutz, die Geborgenheit, den Trost und das Vorbild bekommen, sondern auch das höchste Gut, was den Menschen menschlich macht: die bedingungslose Liebe. Wenn nämlich in der Beziehung schlechte Bedingungen wie Wut und Angst ausbrechen, so neigen alle lebendigen Wesen zum Angriff oder (und) zur Flucht. Die gleichen Instinkte sind auch beim Menschen angesiedelt in seinem ältesten, niedrigsten Gehirnteil, dem sog. limbischen System. Diesbezüglich sind wir Menschen den Spatzen und den Krokodilen gleich. Der Mensch soll aber die einmalig menschliche, allen schlechten Bedingungen treu widerstehende Liebe lernen. Eine solch hohe Leistung ist keinesfalls instinktbedingt, sondern geformt durch das Gewissen und die Verantwortung, also durch die Vernunft und den Willen. Es kostet eine sehr große Überwindung z.B. von dem Ehepartner nicht wegzurennen, wenn er schon wieder seine Marotten pflegt anstelle im Haushalt zu helfen, sondern sich mit ihm so tief und so lang emotional zu konfrontieren, bis man sich gegenseitig ineinander eingefühlt und die Liebe erneuert hat. Wie wird diese hohe Intelligenz des Herzens gelernt? Solange das Kind über seine Vernunft nicht verfügen kann, wird der primitive Fluchtinstinkt durch das Tragtuch gehemmt. Keiner Eskimomutter fällt es beispielsweise ein, das Kind auf einem Gletscher auszusetzen und keine Nomadenmutter lässt das Kind im Alleingang der Wüste trotzen. Indem das Kind ganz natürlich festgehalten wird, kommt die emotionale Konfrontation und die gegenseitige Einfühlung zustande. Zugleich wird auch die Aggressivität des Kindes gesteuert: die Arme und die Beine sind im Tragtuch versteckt, so dass dem Kinde für die Äußerung seines Zorns nur sein Antlitz übrig bleibt. Wie weise sind doch die Schöpfungspläne! Das Antlitz, sprich die Stimme, die Mimik und der Blickkontakt, ist ja der menschentypische Sender und Empfänger für die Kommunikation. Erst wenn sich das Kind trotz aller Fehler bedingungslos geliebt weiß, kann es auch sich selbst trotz aller Fehler lieben und ist frei für sich selbst und die Welt. Die instinktive Ausstattung des Menschen für seine Menschlichkeit wurde in der technokratischen Gesellschaft lange verkannt. Vielmehr haben die Menschen die Flucht voneinander gelernt. Die Folgen davon machen sich in der Bindungslosigkeit und im Klammern an Ersatzobjekten wie z.B. dem Computer, dem Fernsehen und dem Bankkonto bemerkbar. Die unruhigen Kinder schlagen Alarm: es ist höchste Zeit zum Umdenken! zurück zur Übersicht "Wichtige Artikel" > |
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