Jirina Prekop:
Veränderungen in meinem Programm
Im Hinblick auf die schwindende Liebesfähigkeit und den wachsenden Zerfall der Familien habe ich mich zur?
Einschränkung meiner therapeutischen Tätigkeit entschlossen, um meine noch volle Lebenskraft der Prävention, sprich
der Förderung der menschenwürdigen Lebensform in den Familien, zu widmen.
Zur näheren Erklärung:
Wie ersichtlich am Namen der GFH („Gesellschaft zur Förderung des Festhaltens als Lebensform und Therapie“) haben
wir von Anfang an den „festhaltenden“ Lebensstil an die erste Stelle gestellt und die Therapie erst an der zweiten
Stelle bedacht. Das Festhalten wird nicht nur eng auf die Umarmung verstanden. In einem höheren und tieferen
Sinne ist das Festhalten am Prinzip der bedingungslosen Liebe, an der Menschlichkeit und an den Menschenrechten
schlechthin gemeint. Diese Werte zählen zum Inhalt der Lebensform und als Ziel der Therapie. Beides hängt natürlich
zusammen. Trotzdem haben wir in den ersten Jahrzehnten eben die Therapie bevorzugt und in ihrem ethischen Sinne die
Lebensform so nebenbei angeraten. Immerhin hatte diese scheinbare Umkehrung wichtige Vorteile. Bei der Arbeit
„auf der Matte“ mit einzelnen Familien haben wir nämlich die Ursachen der verstörten Liebesbeziehungen als auch die
heilenden Lösungen konkret und klar erkennen können. So verhalfen uns die Erfahrungen und Erkenntnisse vom
Mikrokosmos eines Einzelnen die Gefährdungen und Heilungschancen im Makrokosmos einer ganzen Gesellschaft besser zu
verstehen. Ein Beispiel von vielen: autistischer Mensch – autistische Gesellschaft.
Aufgrund unserer Therapieerfahrungen war leicht zu erkennen, dass die tiefste Ursache der emotionalen Not in Bindungen
nicht vordergründig im Einfluß der Massenmedien oder im veralteten Schulwesen steckt, sondern in einer rapide
fortschreitenden Unfähigkeit der Menschen begründet ist, die Konflikte in ihren Bindungen zu verarbeiten und die
Liebe zu erneuern. Die dazu notwendige Empathie, die gegenseitige emotionale Konfrontation von Antlitz zu Antlitz, bei
fehlenden Worten unter´ fester Umarmung und die dementsprechende Verwandlung der negativen Gefühle in die
bedingungslose Liebe, „noch bevor die Sonne untergeht“ ist das jahrelang geübte Thema der Festhaltetherapie.
Im Januar 2009 wurden Dr. Jaroslav Sturma und ich von der tschechischen Regierung zu zwei Tagungen der EU in Prag
eingeladen, um zu den Themen „Schutz der Kinder vor körperlichen Strafen“ und „Positive Elternschaft“ Stellung zu
nehmen. Aus allen Beiträgen ging hervor, dass die emotionale Not in den Familien und die Ratlosigkeit in allen
technokratischen Ländern dieser Erde gleich sind und diese sogar eine von Jahr zu Jahr steigende Tendenz zeigen.
Die Vorstellung dieses Lebensstils für Familien, der auf dem Feld der Festhaltetherapie gewachsen ist und blüht,
weckte im gesamten Plenum der EU eine außerordentliche Zustimmung. Keine einzige Spur von Ablehnung. So erkannten
wir, dass die Zeit für unseren Beitrag gekommen ist. Bereits Anfang 2010 führten wir in Tschechien unter dem
Schutz des Gesundheitsministeriums und der Stiftung „Unser Kind“ (vergleichbar zum deutschen Kinderschutzbund) sowie
auch in Griechenland erste Kurse für potenzielle Dozenten und Multiplikatoren der Bewegung durch, die sich für
einen liebevollen, menschenwürdigen Lebensstil in der Familie einsetzt. Nach langem Suchen eines passenden Namens
dafür verblieben wir nun bei dem Titel
„Die Schule der Liebe in der Familie“.
Zur Ethik dieser Bewegung gehören u.a. folgende Grundsätze:
-
Körperliche Strafen als auch Strafen durch den Entzug der Liebe (Auszeit) sind mit dem Konzept der Bewegung nicht
zu vereinbaren.
-
Konflikte sind unter der emotionalen Konfrontation von Antlitz zu Antlitz zu verarbeiten und die bedingungslose
Liebe muss erneuert werden noch „bevor die Sonne untergeht“.
-
Krippen werden nur als Notlösung akzeptiert. Sie werden jedoch nicht als optimale Versorgung des Kleinkindes
betrachtet.
?
Praktische Konsequenzen für meine weitere Tätigkeit:
Die praktische Anwendung der Festhaltetherapie überlasse ich meinen zertifizierten Schülern und den als
Lehrtherapeuten anerkannten Personen auch die Gründung sowie die Leitung von Ausbildungsgängen. Dies gilt auch
für die familientherapeutischen Seminare. Ich werde jedoch weiterhin die Grundlagenseminare (v.a. für die
Ausbildungsgänge) leiten und die nachfolgend genannten öffentlichen Vorträge sowie die weiteren Seminare zur
Weiterbildung abhalten. Und nach wie vor jedoch stehe ich voll und ganz als Supervisorin zur Verfügung
und sorge für die weitere Entwicklung der Festhaltetherapie mit besonderer Aufmerksamkeit auf deren Ethik
(„nach?Prekop“). In dem Zusammenhang bin ich auch bereit das Amt als 1.Vorsitzende der GFH weiterhin wahrzunehmen.
Schwerpunktmäßig verschiebt sich meine Tätigkeit in den Bereich der Lehre in der Schule der Liebe in der Familie.
Dazu gehört die Gestaltung des Curriculums als auch das praktische Lehren, das womöglich auf Selbsterfahrungen fußt.
Zunächst sind die Dozenten der Schule von mir und von den anderen zertifizierten Festhaltetherapeuten auszubilden.
Diese geben dann das Gelernte an die Elterngruppen weiter. Die Dozenten sind somit also berechtigt die Kurse
„Die Schule der Liebe in der Familie“ in eigener Regie im Sinne des vorgegebenen Curriculums zu veranstalten
und eventuall auch seine/ihre Schüler/-innen nach Absprache mit dem GFH e.V. selbst zu zertifizieren. Für jeden
Kurs ist jedoch eine Lizenzgebühr an den GFH e.V. abzuführen, da diese Kurse unter der „Festhaltetherapie nach Prekop“
laufen, die markenrechtlich auch über Deutschland hinaus geschützt ist. Näheres dazu regelt dann ein Lizenzvertrag.
Es versteht sich von selbst, dass der/die Dozent/-in Supervision nimmt und auch an alljährlichen Weiterbildungsveranstaltungen
des GFH e.V. teilnimmt sowie Mitglied im GFH e.V. wird. Die Schulung besteht aus 2Teilen mit je ca. 3 Tagen:
1. Teil: Aussöhnung mit den eigenen Eltern in deren Abwesenheit unter Visualisierung. Die meisten
Erziehungsfehler passieren den Eltern wenn sie noch unversöhnt mit ihren eigenen Eltern sind.
Für die ausgebildeten Festhaltetherapeuten entfällt dieser Teil, weil sie ihn während der Ausbildung bereits
absolviert haben. Die Wiederholung wäre nur für den Fall einer mangelhaften praktischen Erfahrungnotwendig.
2.Teil: Praktisches Lernen des
Umgangs mit den Konflikten innerhalb der Familie. Gelernt wird Empathie,
Spiegeln, aktives Zuhören, emotionale Konfrontation (je nach Alter und Intensität des Konfliktes), Erkennen der
„Kommunikationskiller“ (Th. Gordon) u.ä.. Ferner werden die Muster der gesunden
systemischen Ordnung erklärt:
in der klassischen Familie, in der geschiedenen Familie, bei der Patchworkfamilie, bei Adoptivfamilien, in der
Geschwistergruppe. Auch die wichtigsten Erziehungsregeln werden erläutert, die von der ganzen Familie einzuhalten
sind.
Natürlich rechne ich während der Entwicklung dieser Schulung mit „Fehlern“. Für eine fürsorgliche wissenschaftliche
Prüfung bleibt uns aber keine Zeit, denn diese ist langwierig, während die Zerstörung der emotionalen Bindungen
sehr rasch fortschreitet.
Nähere (inhaltliche) Informationen sind in meinen beiden jüngsten Büchern zufinden:
Dr. Jirina Prekop
Das Handbuch:
Handbuch "Die Schule der Liebe in der Familie"»
Termine / Veranstaltungen
Weiterbildung "Die Schule der Liebe in der Familie" >
Öffentliche Vorträge und Seminare mit Jirina Prekop
im deutschsprachigen Raum >
Seminare zur Weiterbildung mit Jirina Prekop >
Therapeutische Seminare ohne Jirina Prekop >
Fortbildungsangebot "Haltgebende Pädagogik" >
Kongresse >
www.bildungspraemie.info»
Die Bildungsprämie wird aus Mitteln des Bundesministeriums
für Bildung u. Forschung u. aus dem Europäischen Sozialfonds der
Europäischen Union gefördert.